Manfred Assmann
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Der Koch

Dieses würde das Beste werden was er jemals gekocht hatte. Die letzten Tage war er sein Rezept immer und immer wieder im Kopf durchgegangen. Eigentlich war es nichts außergewöhnliches, aber die feine Abstimmung der Zutaten war sein Geniestreich. Für die Zubereitung brauchte er Ruhe. Deshalb hatte er den Anrufbeantworter eingeschaltet. Er durfte jetzt nicht gestört werden.
Er stand in seiner eigentlich viel zu kleinen Junggesellenküche. Es war sozusagen die Vorpremiere, die letzte Übung vor dem großen Wettbewerb am nächsten Freitag. Das Fernsehen würde auch dabei sein. Und dann würde er es allen zeigen. Zeigen, dass er mehr drauf hat als immer nur die gleichen Gerichte in dem spießigen Restaurant in dem er seit 2 Jahren arbeitete.
Er betrachtete die vielen Schalen mit den Zutaten und steckte sich ein Stück  Schokolade in den Mund. Die Vorspeise „Kalbsfilet im Kräutermantel auf Thunfischsauce“ war schon fertig. Eine Herausforderung. Er brauchte hierzu Salz, Pfeffer,     
und Gartenkräuter in der exakt richtigen Mischung und zwar Basilikum, Kerbel, Estragon und Thymian. Für die Thunfischsauce Balsamico-Essig, Zitronensaft und scharfen Senf. Er schmeckte ab. Das Schmecken war seine Stärke. Er konnte bei einem Gericht sofort erkennen welche Gewürze darin waren und wie viel von jedem. Ein paar Gramm zuviel oder zuwenig und die ganze Mühe konnte umsonst gewesen sein. Schon während der Lehre hatten sie seinen Geschmackssinn bewundert. Sogar Michaela, die mit ihm gelernt hatte, war neidisch gewesen. Michaela war seine erste große Liebe, aber leider war die Liebe sehr einseitig. Das Schmecken war auch so ziemlich das Einzige gewesen worin er während der Lehre gut war. Ansonsten war er ziemlich mittelmäßig. Michaela dagegen war jetzt eine feste Größe in der Kochszene und auf dem Weg zu einem Stern. Und das als Frau.
Am Freitag würde er ihr und allen anderen zeigen wie gut er war. Er hatte an sich gearbeitet. Unzählige Male als er gut Essen war hatte er sofort gewusst, warum das Essen gut aber eben doch nicht perfekt war. Er konnte das blitzschnell analysieren. Zu Hause hatte er es dann oft nachgekocht mit den richtigen             

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